Détails techniques
Année de construction
1974
Description
Le Mans Teilnehmer 1974 & 1977 Meisterfahrzeug European GT 1974 Einer von nur sechs gebauten Kremer RSK 3.0 Gefahren von Wollek, van Lennep, Fitzpatrick FIA Historic Technical Pass
Informations complémentaires Der Porsche 911 Carrera RSR 3.0
1974 vorgestellt, markierte er einen entscheidenden Schritt in der Entwicklung des 911 als reinrassiges Rennfahrzeug. Er war der direkte Nachfolger des 2.8 RSR und wurde in Weissach speziell für den Einsatz in der Gruppe 4 des internationalen Motorsports entwickelt. Ziel war es, ein Fahrzeug zu schaffen, das sowohl technisch als auch fahrdynamisch an der Spitze seiner Klasse stand und die außergewöhnliche Basis des 911 konsequent weiterentwickelte. Das Herzstück des 911 Carrera RSR 3.0 war ein luftgekühlter Sechszylinder Boxermotor mit 2.992 ccm Hubraum. Porsche nutzte dafür ein verstärktes Aluminium Kurbelgehäuse, das das frühere Magnesiumgehäuse des 2.8 RSR ersetzte. Der Motor verfügte über Doppelzündung, eine mechanische Bosch Einspritzung und eine Verdichtung von 10,3:1. Mit dieser Kombination leistete der Sauger des von Kremer gebauten RSK 3.0 330 PS bei 8.000 Umdrehungen pro Minute, 15 PS mehr als die Werks RSR und ein Drehmoment von 303 Newtonmetern. Dies wurde durch modifizierte Motorkomponenten, wie beispielsweise den Nockenwellen erreicht. Die Kraftübertragung erfolgte über ein manuelles Fünfganggetriebe, welches die Leistung präzise und robust auf die Hinterräder übertrug. Trotz des Verzichts auf Turboaufladung bot der RSR 3.0 dank seines geringen Gewichts von rund 900 Kilogramm eine beeindruckende Beschleunigung und Agilität. Porsche legte beim RSR 3.0 großen Wert auf Leichtbau und Aerodynamik. Die Karosserie bestand teilweise aus glasfaserverstärktem Kunststoff, was das Gewicht weiter reduzierte. Motorhaube, Türen, Stoßfänger und der charakteristische Entenbürzel-Heckspoiler waren ebenfalls aus leichten Materialien gefertigt. Die Kotflügel wurden deutlich verbreitert, um die größeren Räder mit 10,5 Zoll vorne und 14 Zoll hinten aufzunehmen. Seitenscheiben aus Plexiglas und dünnere Blechteile unterstrichen den kompromisslosen Leichtbauansatz. Der RSK 3.0 erhielt zudem von Kremer eine überarbeitete Aerodynamik, die für mehr Abtrieb und Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten sorgte.
Die Bremsanlage stammte teilweise aus dem legendären Porsche 917 und bot überragende Verzögerungswerte. Porsche verbaute zentral verschraubte Räder, wie sie im professionellen Rennsport noch heute üblich sind, um schnelle Radwechsel zu ermöglichen. Das Fahrwerk wurde für den Rennbetrieb optimiert, mit modifizierten Querlenkern, Bilstein Dämpfern und einstellbaren Stabilisatoren. Diese Kombination verlieh dem Fahrzeug ein neutrales, präzises Fahrverhalten und hervorragende Traktion. Im Innenraum herrschte absolute Funktionalität. Das Cockpit bestand aus einem Schalensitz, Überrollkäfig, kleinen Lenkrad und den nötigsten Instrumenten. Alles diente dem Zweck, Gewicht zu sparen und den Fokus vollständig auf die Performance zu legen. Der 911 Carrera RSR 3.0 dominierte die GT-Klasse in den Jahren 1974 und 1975. Zahlreiche Privat- und Werksteams setzten das Fahrzeug erfolgreich ein. Besonders beeindruckend war, dass der Porsche oft gegen deutlich stärkere Konkurrenten antrat und dennoch Siege errang. Sein geringes Gewicht, die hervorragende Balance und die Zuverlässigkeit machten ihn zu einem der erfolgreichsten GT-Fahrzeuge seiner Zeit. Insgesamt wurden ca. 50 Exemplare gebaut, von den modifizierten Kremer RSK 3.0 sogar nur sechs Stück. Viele ältere 911 Modelle wurden später auf die RSR Spezifikation umgerüstet, um an die Leistungsfähigkeit dieses Fahrzeugs heranzukommen. Auch nach dem Erscheinen der turboaufgeladenen 911 Modelle blieb der RSR 3.0 aufgrund seiner puristischen Mechanik und seines unmittelbaren Fahrgefühls ein Liebling vieler Rennfahrer. Das Modell steht bis heute sinnbildlich für die technische Kompetenz und den Perfektionismus, mit dem Porsche und Kremer den Rennsport prägten. Es verkörpert die Philosophie der Unternehmen, mit Präzision, Leichtbau und Ingenieurskunst das Maximum aus jedem Detail herauszuholen. Dieses Fahrzeug gilt nicht nur als einer der schönsten, sondern auch als einer der erfolgreichsten 911er der Geschichte.
Über das hier angebotene Fahrzeug
Chassis 0006 ist einer von drei 1974 durch Kremer aufgebauten RSK 3.0. Das Fahrzeug setzte das Samson Kremer Racing Team 1974 in der Europäischen GT Meisterschaft ein, welche Fahrer John Fitzpatrick mit diesem RSK in dem Jahr gewann. Darüber hinaus nahm Kremer 1974 mit Chassis 0006 an weiteren internationalen Langstreckenrennen teil, zu welchen auch die 24 Stunden von Le Mans gehörten. Nach einem sensationellen Qualifying, bei dem Wagen mit der Startnummer 68 schnellster seiner Klasse und 15ter der Gesamtwertung wurde, gingen die Fahrer Hans Heyer, Paul Keller und Erwin Kremer hoffnungsvoll an den Start. Nach einem guten Rennbeginn musste die Mannschaft in der fünften Stunde bedauerlicherweise nach Kolbenproblemen den Porsche abstellen.
Nach der Saison 1974 und der Meisterschaft verkaufte Kremer Racing Chassis 0006 an den in Paris lebenden Louis Meznarie, welcher von 1971 bis 1983 offizieller Motoraufbereitungsexperte für Porsche war. Bis 1977 für das 24 Stunden Rennen von Le Mans wurde der RSK 3.0 in den aerodynamischen 934/5 umgerüstet, wobei es sich nur um ästethische Bauteile und nicht den Motor handelte. In einem Schreiben vom 05. April 1977 an Meznarie teilt die A.C.O. mit, dass seine Bewerbung um die Teilnahme der 24 Stunden von Le Mans 1977 angenommen wurde und er zum vorhergehenden Test eingeladen sei. Das am 20. Mai folgende Schreiben teilte dem Fahrzeug die Startnummer 43 zu. Auf einem Bild aus der Zeit ist das Fahrzeug mit dem 934/5 Body beim Scruteneering von Le Mans 1977 zu sehen. Im Qualifying erreichte Fahrer Thierry Sabine eine Rundenzeit von 4:31,6 welche nicht ausreichte um am Hauptrennen teilzunehmen.
Nach Le Mans wurde der RSR Berichten zufolge an Carlo Noce vom italienischen Sportwagen Team verkauft, der den Kremer Porsche bis 2001 behielt. Zu diesem Zeitpunkt wurde er von einem in Monaco ansässigen Porsche Sammler erworben, welcher eine vollständige Restaurierung in Angriff nahm, mit dem Ziel, den 0006 wieder in den Glanz der Saison 1974 zu versetzen, mit der Startnummer 68, die er in Le Mans trug. Während der Saisons 2023 und 2024 wurde der RSR bei Classic Endurance Rennen in ganz Europa eingesetzt.
2025 entschied sich der Sammler dazu nach 24 Jahren Besitz den Kremer Porsche zu verkaufen, wodurch das Fahrzeug in die Hände von Mechatronik gelangte, wo es für ein Jahr als Teil der hauseigenen Sammlung eingelagert war. Für die Teilnahme an historischen Motorsportveranstaltungen wurde ein FIA Historic Technical Passport ausgestellt, welcher bis Ende 2033 gültig ist. Es liegen zwei Gutachten vor, welche die Historie von 0006 zusammenfassen. Darüber hinaus sind zahlreiche Unterlagen und Bilder aus den 70er Jahren vorhanden.
Für Detailfragen steht Ihnen unser Verkaufspersonal jederzeit gerne zur Verfügung. Bitte beachten Sie, dass Fahrzeugbesichtigungen grundsätzlich nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich sind.